Wer entdecken kann, was er tut,
                  weiß mehr darüber, wer er ist.

TOB

Tiefenpsychologisch orientierte Bewegungsanalyse

 

Das Gefühl für sich selbst, für die eigenen Intentionen und die Einschätzung der Absichten von anderen entsteht in der frühen Kindheit im Bewegungsaustausch mit Bezugspersonen, die sich hinreichend auf die Bedürfnisse des Kindes abstimmen können. Körperbewegungen sind und bleiben ein Potential, um soziale Austauschprozesse zu regulieren. Sie sind Lotsen zu den Aspekten der Persönlichkeit, die das Selbstempfinden und das Beziehungserleben geprägt haben, bevor die Fähigkeit zu sprechen entwickelt war. Dieses in der frühkindlichen Entwicklung erworbene Handlungspotential bleibt ein Leben lang erhalten.
 
Bewegungen erschließen sich in ihrer Bedeutung auf unterschiedliche Weise, je nachdem  welche Perspektive man einnimmt. Die tiefenpsychologisch orientierte Bewegungsanalyse interessiert sich für die Psychodynamik der Körperbewegung. Sie wählt die motorische Entwicklung als Ausgangspunkt und analysiert die damit verbundenen individuellen und interaktiven psychischen Themen.  Diese bleiben in offensichtlicher und verborgener Weise, bewusst  und unbewusst ein Leben lang mehr oder weniger virulent.
Der Blickwinkel der tiefenpsychologisch orientierten Bewegungsanalyse erschließt einen spezifischen Zugang, um zu erkennen wie diese psychischen Themen in Abhängigkeit der frühen Beziehungserfahrungen in das Selbst- und Beziehungserleben hinein wirken und wie das in der Gegenwart zu verstehen und zu bearbeiten ist.   

Körperbewegungen wohnt also ein implizites Wissen aus jener frühkindlichen Zeit inne, als Beziehungen durch unmittelbares Handeln gestaltet und gelebt wurden.


Anwendung
Das Wissen der tiefenpsychologisch orientierten Bewegungsanalyse (TOB) kann in vielfältigen Berufsfeldern und allen Altersstufen angewendet werden, in den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung, in der Pädagogik, in Psychotherapie und Seelsorge, in Verfahren wie Physiotherapie und Ergotherapie, im Training von Schauspiel und Tanz und ganz allgemein in Gesundheitsförderung und Gesundheitspflege, in Prävention und Rehabilitation, Therapie und Beratung.

Durch ihre spezifische Auseinandersetzung mit dem Potential des Körper-Selbst  und den Wechselwirkungen von Körperbewegung und seelischem Geschehen stärkt die tiefenpsychologisch orientierte Bewegungsanalyse das Empfinden von Selbst-Sicherheit auf einer basalen Ebene und erweitert die Beziehungsressourcen.